15. Frankfurter Mainova Halbmarathon

Als Vorbereitung für den Wien-Marathon stand am 12.3. der 15. Frankfurter Mainova Halbmarathon als Test an. Zu diesem Lauf habe ich eine besondere Verbindung, schließlich war es 2012 mein erster Wettkampf überhaupt den ich gelaufen bin. Damals noch in knapp unter 1:53 wollte ich dieses Jahr wieder Bestzeit laufen. Die letzte liegt genau 2 Jahre zurück: 1:28:24, gelaufen beim Frankfurter Halbmarathon 2015. Dies war mein sechster Start in Folge. Das Training lief gut, knapp 785km hab ich seit Anfang des Jahres abgerissen. Am Anfang noch etwas schleppend, gab es gut 2 Wochen vor dem Halbmarathon den endlich ersehnten Leistungsschub. So gingen plötzlich im Training 8km in 4:04/km und ich war sehr zuversichtlich für den Sonntag.

Da ich generell Frühaufsteher bin, schließlich absolvier ich 80% meines Trainings vor 8:00 morgens, war ich am Sonntag auch früh wach. Ich drehte mich im Bett nach rechts und dann passierte es, ein kleiner Schmerz im Nacken kam sehr überraschend. Nicht sehr ideal, wenn man 3 Stunden später einen Halbmarathon mit Tempo laufen will. Ist die fast sicher geglaubte Bestzeit in Gefahr?

Kurz nach 8:00 machte ich mich auf den Weg von Mainz nach Frankfurt. Ich kam gut durch und bekam noch einen schönen Parkplatz am Gleisdreieck. Die frühe Anfahrt hat sich gelohnt, denn etwas später staute sich der Verkehr so stark, dass selbst der Start um 10 Minuten nach hinten verschoben wurde. Die Startnummer hatte ich schnell abgeholt und schon traf man die ersten Leute von der Crew. Gut 30 Leute der Adidas Runners Frankfurt wollten den Halbmarathon absolvieren.

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto, lief ich mich sehr locker 3km ein. Der Nackenschmerz war dabei leicht zu spüren, ich hoffte diesen aber beim Wettkampf rauslaufen zu können. Ich sortierte mich dann in der ersten Block (sub 1:35) nach den Eliteläufern (sub 1:17) weit vorne ein. Schließlich gab es am Anfang eine Tunnelunterführung mit Schikane, die ein kleiner Zeitfresser ist. Um 10:10 ertönte der Startschuss und wird wurden direkt zwei Minuten später auf die Strecke gelassen. Und die vordere Einteilung war dieses Jahr genau richtig und ich kam ohne Zeitverlust durch die Unterführung.

Mein Plan war 4:07/km zu laufen, die Bestzeitpace lag bei 4:11/km. Der erste Kilometer lief sich sehr locker und ich musste mich immer wieder bremsen. Mit 4:05 war ich sogar leicht schneller. Auf dem leicht abschüssigen Weg im Stadtwald konnte ich es gut rollen lassen, 4:04, 4:03 und 4:00 zeigte die Uhr an. Es fühlte sich sehr gut an. Die Nackenschmerzen waren im Wettkampfmodus komplett weg. Nun liefen wir durch die Bürostadt Niederrad in Richtung Main und Osten. Hier spürte man schon den Gegenwind. Die Pace war mit 4:05/km für km 5-7 immer noch sehr gut. Das erste Drittel ist geschafft, keine Frage die Bestzeit wird fallen. Meine Crew hat bei km 9 den Cheeringpoint beim Holbeinsteg aufgebaut. Als es ans Mainufer geht, wusste ich es ist nicht mehr weit. Ich unterquerte die Friedensbrücke und ab da konnte ich die Crew schon hören. Ich lief durch die Cheeringzone wie im Rausch, klatschte die Leute ab und freute mich auf den zweiten Teil der Strecke.

 

Die 10-km-Marke überquerte ich bei 40:59, das heiß auch, ich habe schon 50 Sekunden zur Bestzeit rausgelaufen. Die Kilometer durch Sachsenhausen waren mit 4:08/km immer noch ganz gut. Dann bog ich in die Stresemannallee ein, diese Teilstrecke bin ich im Training sehr oft gelaufen. 4:10 waren für die leichte Steigung noch ok.

Auf der Mörfelder Landstraße verlor ich dann die Konzentration. Km 14 ging mit 4:18 durch, bei km 15 kam der Anstieg der Isenburger Schneise (4:19) und dann ging es leicht bergauf mit etwas Gegenwind die Wendepunktstrecke entlang (4:18 für km16). Jetzt war es nicht mehr weit, durch den Wendepunkt kam ich dem Stadion jetzt immer näher. Das setzte nochmal Energie frei. Km 17 war wieder bei 4:15 und da mir die leicht langsameren Läufer nun entgegen kamen, konnte ich den ein oder anderen Bekannten wieder entdecken. Jetzt konnte ich pushen, ich bog in die Otto-Fleck-Schneise ein: der Endspurt begann. Mit 4:09 (18) und 4:06 (19) drückte ich aufs Tempo. Jetzt die letzte Brücke und damit die letzte Steigung vor dem Stadion. Das kostet zwar ein paar Sekunden, aber mit 4:09 war ich immer noch gut unterwegs. Das km20-Schild kommt und ich erhöhe nochmal die Schrittfrequenz, es ist noch genug Energie da. Ich durchquere das Stadiontor, jetzt nur noch einmal außen rum und es geht dann in die Zielgerade. Die Uhr piepst bei km 21: 4:01. Fast der schnellste Kilometer am Ende. Endlich geht es durch die Unterführung und dann sehe ich das Ziel. Mit schnellen Schritten laufe ich an der Tribüne entlang und die Uhr bleibt bei 1:27:41 stehen. Bäaaam! Bestzeit! Und das aus dem vollen Training, mit dem Halbmarathon kamen 91 km diese Woche zusammen. Das Training schlägt an und ich bin recht zuversichtlich für den Wien-Marathon am 23. April.

 

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