42. Berlin Marathon

Nach dem Zugspitzmarathon habe ich das Training deutlich zurückgefahren. Es wurden nur noch 20km die Woche gelaufen. Grund war die sehr schöne USA-Tour durch Kalifornien. Nach der Rückkehr blieben aber nur noch fünf Wochen bis zum Berlin-Marathon. An einer gezielten Vorbereitung war nicht mehr zu denken. Da die Form weg war, wurde der Plan eines Bestzeitenlaufes schnell ad acta gelegt. Der Berlin-Marathon sollte nur noch ein schneller Trainingslauf sein und die Herbstform wird vier Wochen später beim Frankfurt Marathon getestet. Der erste lange 30km-Trainingslauf bestätigte auch die neue Planung. Mit gut 5:00min/km war ich zwar so schnell wie bei den lockeren langen Läufen im April, der Puls war im Schnitt aber bei 85% statt 75%. Zum Glück besserten sich die Werte Woche für Woche.

So fuhr ich bei schönstem Sonnenschein am Samstag den 26. September früh morgens um sechs mit dem Auto von Frankfurt nach Berlin. Da die Straße sehr leer war, kam ich direkt morgens um 10:00 schon am Flughafen Tempelhof an und habe die Startunterlagen abgeholt. Nach einem kurzen Bummel über die Marathonmesse ging es dann auch direkt ins Hotel direkt am Hauptbahnhof. Super Lage und das Hotel wurde erst zwei Monate zuvor eröffnet. Als ich nach einem Latecheckout fragte, wurde mir das Zimmer bis 14:00 angeboten, so dass ich auch dort nach dem Marathon duschen konnte. Kurz nach dem Mittag ging es noch ins neue Shoppingzentrum Bikini Berlin und zu Nike. Ein kleiner Stadtbummel zum Brandenburger Tor durfte auch nicht fehlen.

Am nächsten Tag klingelte der Wecker um 6:15. Kurz gefrühstückt und fertig gemacht. Aktuell waren es allerdings nur 2 Grad, aber es sollte sonnig werden. Kurz vor 8:00 ging es dann in den Startzone. Der Weg durch den Hauptbahnhof war knapp 1.000 Meter weit. Schnell den Kleiderbeutel abgegeben und es ging in den Startblock E. Durch meine Leistung beim Mainz Marathon hätte ich auch auf D upgraden können, ich wollte aber nur eine lockere 3:20 laufen und nicht auf Maximalleistung gehen.

Punkt 9 war auch der Start. Bis zur Startlinie, sollten es aber nochmal gute 5 Minuten vergehen. Dann ging es los, erstmal schnurgerade auf der Straße des 17. Juni an der Siegessäule vorbei. Die ersten beiden Kilometer waren sehr locker mit 4:50 geplant. Danach wollte ich auf 4:45 steigern und später eventuell noch eine Endbeschleunigung starten. Ich lief gut in der Masse mit und lief bis zum Ernst-Reuter-Platz mit angezogener Handbremse. Dann beschleunigte ich leicht und lief meist so um die 4:40. Also leicht schneller als geplant. Der Puls war sehr niedrig und ich konnte die Stadt und den Lauf genießen. Bei Kilometer 10 konnte man den Fernsehturm in einiger Entfernung sehen und auf der Karl-Marx-Allee bei km12 warteten meine Eltern auf mich. Die Kilometerschilder wurden eines nach dem anderen abgehakt. Nach 1:39:56 passierte ich die Halbmarathonmarke und fühlte mich noch sehr frisch. Alles wie es bei so einem Trainingslauf sein sollte.

Bei km 30 habe ich mich auf 4:43 eingependelt und ab km 35 ging es auf dem Kurfürstendamm. Einige Leute wurden langsamer oder sind gegangen und ich habe immer mehr Läufer eingeholt. Das Ziel war nicht mehr weit und ich hatte noch genug Treibstoff im Tank. Vorbei an den motivierenden Massen kam man bei km 38 am Potsdamer Platz vorbei. Hier sind es nur noch genau 10% der Strecke oder 4,2km. Auch wenn ich locker lief, nach 35km wird es schon schwerer und auch ich bin 5 Sekunden je Kilometer langsamer geworden. Bei km 40 setzte aber meine Endbeschleunigung ein. Mit 4:30 flog ich nun quasi über den Asphalt. Bei km 41 bog ich auf die Straße Unter den Linden ein. Durch den U-Bahnbau etwas später als normalerweise, aber die lange Zielgerade ist gigantisch. Unmengen an Publikum und man läuft auf das Brandenburger Tor zu. Eine fantastische Stimmung. Ich sog die Atmosphäre auf, das gab nochmal Extramotivation. Mit 3:19:07 hatte ich meinen drittschnellsten Marathon absolviert. Die zweite Hälfte war mit 1:39:11 nochmal 45 Sekunden schneller. Nach dem Ziel gab es die verdiente Medaille. Durch die kurzen Wege war ich dann recht schnell wieder im Hotel. Im Hauptbahnhof gab es noch eine standesgemäße Currywurst, bevor es auf die Heimfahrt ging.

20150927 Berlin Fotos 20150927 Berlin Ziel Medallie

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