16. Gutenberg Marathon Mainz

Ich war gut vorbereitet und wusste, heute gibt es eine neue Bestzeit. Der Mainz Marathon stand an. Beim Frühjahrstest, dem Frankfurt Halbmarathon, habe ich meine Bestzeit beim Halben locker unter 1:30 schrauben können. 1:28:24 stand auf der Uhr. So stand ich mit einem guten Gefühl am Sonntag um 9:30 auf der Rheinstraße in Mainz. Gleich kommt der Startschuss. Drei Tage vorher habe ich mir noch eine neue Pulsuhr gegönnt: die Garmin Forerunner 920XT. Meine Polar hat mit der Pace rumgezickt und ich wollte mich auf meine Zeit verlassen können. Startpace sollte 4:23 sein, also 3:05 für den ganzen Marathon. Mal schaun, wie lange ich die Pace halten kann.

Der Startschuß ertönte. Ich war im ersten Block, dort aber relativ weit hinten eingeordnet. So dauerte es ein wenig, bis ich frei laufen konnte, aber die Rheinstraße war breit und gerade. Alles kein Problem. Bei km2 kam auch schon der erste Getränkestand. Ich war so früh davon überrascht und bin weitergelaufen. Es sollten noch viele weitere Versorgungsstände geben. Wir liefen am Schottgelände vorbei und bei km4 habe ich mir dann Wasser gegönnt. Die Sonne brannte schon recht ordentlich, es gab somit immer zwei Becher. Einen für den Mund und einen zur Abkühlung über den Kopf. Der erste Wendepunkt in Mombach war erreicht. Zurück ging es über die Hauptstraße. Das Tempo war immer so ein bis zwei Sekunden schneller, als der Plan. Es fühlte sich locker an, so wie es sein sollte. Durch die einzelnen Schleifen konnte man auch öfters einen Blick auf die anderen Läufer erhaschen. Uns kamen gerade die 2:15er Halbmarathonies entgegen. Das Feld war schon deutlich voller, als bei uns. Km9 bis 12 geht es durch die Neustadt, hier gab es ein paar Stimmungsnester. Noch eine kleine Schleife über die Kaiserstrasse und dann ging es über die Bauhofstraße Richtung Innenstadt. Hier ist am meisten los, und weil so viele Leute auch motivieren, hatte ich hier mit 4:13 den schnellsten Kilometer. Der Ø für die ersten 15km betrug 4:21. Nun folgt die 5km Wendepunktstrecke Richtung Weisenau. Für manche Halbmarathonläufer so kurz vor dem Ziel ein psychologischer Knackpunkt, schließlich muss man die ganze Straße auch wieder zurück. Mir hat es Spaß gemacht, hier konnte man viele Läufer beobachten. Am Ende biegt man auf die lange Zielgerade ein. Für mich war es Halbzeit. Links einordnen für die zweite Runde.  Halbzeit war bei 1:32:12. Ich lag gut in der Zeit und hätte für die zweite Hälfte nun 1:47 Zeit für eine neue Bestzeit.

Wir machten einen Schlenker, bevor wir auf die Theodor-Heuss-Brücke liefen. Es ging nun leicht bergauf. Dadurch ist die zweite Hälfte in Mainz etwas schwieriger. An der rechten Seite stand meine Frau und hat Fotos gemacht. Das Feld war jetzt deutlich dünner. Ich lief auf zwei Läufer auf und konnte recht locker vorbeilaufen. Die Runde in Mainz-Kastel ist nicht spektakulär. Ich war jetzt 2-3 Sekunden langsamer als der Plan. Bei km27 hatte ich das erste Magengrummeln, es ging recht schnell wieder weg. Es ging wieder die Brücke hoch. Der km28 war nun bei 4:45, dies war dem Gegenwind und den paar Höhenmeter geschuldet. Dafür warte bei der Brückenüberquerung meine Frau auf mich und dann folgt die flache verkürzte Runde. Die nächsten drei Kilometer am Schottgelände waren mit 4:27 noch ganz gut, dann kam aber wieder das Magengrummeln. Ich vertrug das Molkeiso nicht so gut. Kilometer 32 bis 35 rund um Mombach waren mit 4:39 schon recht langsamer und ich hatte echt mit dem Magen zu kämpfen. Es hilft nix, es gab einen außerplanmäßigen Boxenstopp und somit 6:07 für km 36. Durch die Neustadt konnte ich wieder befreit auflaufen, nur fehlte jetzt die Energie. Die war raus aus dem Körper, mit 4:51 habe ich mich die nächsten drei Kilometer an der Christuskirche und die Bauhofstrasse entlanggeschleppt. Bei km 40 gab es einen Schlenker in die City. Jetzt läuft es sich eigentlich fast von alleine. Nur noch gute zwei Kilometer. 3:00:28 standen jetzt auf der Uhr. Eine Bestzeit wird es garantiert geben, das war jetzt auch praktisch sicher. Ich konnte nochmal leicht beschleunigen und mit 4:41 ging es auf die Zielgerade und dann zum Endspurt.

Die Uhr stoppte bei 3:10:42. 6min 23 schneller als in Frankfurt. Und das bei der Hitze, der leicht schwereren Strecke und den Magenproblemen. Ich war zufrieden. Platz 49 von 819 Männern, in der Altersklasse Platz 4 von 99 brachten mir meine bisher besten Marathonplatzierungen überhaupt. Und als besonderes Sahnebonbon, in der Altersklasse M35 wurde ich dann noch Mainzer Stadtmeister.

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