33. BMW Frankfurt Marathon

Am letzten Wochenende stand nach 1,5 Jahren wieder ein Marathon an. Für den BMW Frankfurt Marathon war ich schon seit Dezember 2012 angemeldet, als ich kurz nach meinen Debut einen Startplatz gewonnen hab. Durch eine etwas langwierige Verletzung konnte ich den Startplatz auf 2014 umschreiben. Nun war also der Tag gekommen. Die Trainingseinheiten ließen mich mal mehr oder weniger optimistisch stimmen. Würde es zu einer sub 3:10 reichen?

Als letzten Test gab es vier Wochen vor dem Marathon einen Halbmarathon Ende September. Ursprünglich geplant war Ulm, ich bin dann aufgrund der kürzeren Anreise auf Weinheim umgeschwenkt. Mit  20 bis 25 Grad war es ungewöhnlich warm für Ende September. Gestartet mit einer sub 1:30 konnte ich das Tempo nicht ganz hoch halten und bin mit einer neuen Bestzeit von 1:31:31 ins Ziel gelaufen. Für die Verhältnisse war ich zufrieden. Die letzte Taperingwoche verbrachte ich bei 25 Grad in Sizilien. Zurück kamen wir erst wieder am Samstag vor dem Lauf. Somit begann der Renntag recht früh.

Um 6:00 klingelte der Wecker, kein Problem durch die Zeitumstellung, schließlich wurde die Uhr um eine Stunde nach hinten gestellt. Standardmäßig gab es zwei Brötchen mit Honig und kurz nach sieben ging es mit dem Auto von Mainz nach Frankfurt. Die Strecke wird um 9h gesperrt und ich musste noch meine Startunterlagen abholen. Parken konnte ich noch fast gegenüber vom Start im Westend. Hier kannte ich mich aus, schließlich hab ich Mitte letzten Jahres noch hier gewohnt. Das ersparte mir teure Parkgebühren und den Shuttle vom Messeparkplatz. Kurz vor 8h war die Messehalle noch sehr leer und ich konnte die Startnummer und den Startbeutel schnell an mich bringen. Noch ein wenig über die Messe gebummelt und den Kleiderbeutel fertig gemacht. Ich wollte mich möglichst lange in der Messe aufhalten, schließlich hatte ich als Kleiderwahl ein dünnes Singlet auserkorren und wollte nicht zu lange bei frischen 8 Grad draußen warten. Zehn vor zehn ging es dann in den Asics-Startblock. Da es der erste Startblock war, gab es strengere Kontrollen und die Seite war mit einem hohen Bauzaun gesichert. Ich positionierte mich ein wenig vor den 3:14 Pacemakern. Geplant war konstant 4:30min/km zu laufen.

Der Startschuss fiel und schon ging es los. Die Straßen waren breit und man kam ins Rollen. Die erste Linkskurve nach 400m bremste nur kurz, dann war das Feld vorne auch schon sortiert. Der erste km war mit 4:50 etwas zu langsam, aber ich hatte noch 41,2km Zeit den Rückstand aufzuholen. Eine kurze Schleife um die Taunusanlage und es ging an der Mainzer Landstraße zurück. Heimspiel, in einer der Hochhäuser arbeite ich und mach das Treppentraining. Nun geht es um mein ehemaliges Wohngebiet, das Westend Süd. Bei km 5 war ich bei 22:54. Alles gut.

FFM14km8

Es geht an der Oper vorbei zur Hauptwache und wieder zur Oper. Das Wetter ist gut, bewölkt und ab und zu ein wenig Sonne. Nicht zu warm für die Läufer, dafür warm genug für die Zuschauer. Davon waren echt eine Menge an der Strecke. In der Reuterstraße ging es leicht bergauf, nächstes Jahr soll der Streckenteil entfallen und die Strecke nochmal 15 Sekunden schneller machen. Egal, zu diesem Zeitpunkt ist der Minianstieg kein Problem. Die zweiten 5km absolvierte ich mit 22:34, also gut im Plan.

Jetzt ging es leicht bergab Richtung Eschenheimer Turm und über den Alleenring Richtung Konstabler Wache. Über die Alte Brücke wurde der Main überquert und es ging Richtung Westen. Die nächsten 5 km waren bei 22:25. Das Tempo wurde leicht schneller. Jetzt kam aber der langweiligere Teil. Die Kilometer konnte ich abspulen. Kurz vor km 20 wurde A5 unterquert. Mit 22:35 war ich noch gut im Rennen, aber wieder etwas langsamer. Da durch die Hochhäuser in Frankfurt das GPS-Signal reflektiert wird, bin ich dieses Jahr nach Gefühl gelaufen und hab nur alle 5 km die Uhr abgedrückt. Das funktionierte bis jetzt so ganz gut. Die Halbmarathonmarke erreichte ich mit 1:35:27 fast im Plan.

Kurz nach km 23 kam die Schwanheimer Brücke als kleine Steigung. Jetzt nicht langsamer werden. Das Tempo zu halten fiel nun schon ein wenig schwerer, aber über die Hälfte war bereits geschafft. Bei km 25 war ich mit 22:41 wieder leicht langsamer geworden. Mit den sehr optimistischen 3:10 sollte es nichts mehr werden. Das Hauptziel mit sub 3:15 war aber noch drin. Bei km 27 gab es den Wendepunkt in Höchst. Dieses Jahr war im Gegensatz zu meinem Erststart vor zwei Jahren noch eine Kontrollmatte ausgelegt. Und nun ging es zurück in die Stadt, erst am zweiten Staffelübergabepunkt vorbei und dann durch die Unterführung der S-Bahn Nied. Hier standen die Zuschauer dicht an dicht, es war nur einen kleines bergab/bergauf-Stück aber sehr hilfreich.

Bei km 30 ging es auf die laaaaange Mainzer Landstraße. Die letzten 5 km standen nun mit 23:27 auf der Uhr. Ich wurde nun doch allmählich langsamer. Nach 2km war Halbzeit auf der Mainzer, hier wurde die Autobahn wieder unterquert und man kam langsam aber stetig der Stadt näher. Eine Linkskurve und es ging Richtung Europaviertel. Jetzt ist das Ziel nicht mehr allzu weit. Noch 8km und schnell überschlagen, bei 4:30 wären es nur noch 36 Minuten. Das war nicht mehr viel. Kurz hinter der Emser Brücker waren die nächsten 5km geschafft: 24:40. Ich war jetzt gut ein km/h langsamer. Zeit 2:41:16 und somit noch 40 Minuten Puffer zur alten Bestzeit. Kurz überschlagen, ich musste nur noch 5:40 laufen. Das schaffe ich locker.

FFM14km38

Den letzten Teil des Rennens konnte ich nun genießen. Durch den U-Bahn Bau am Güterplatz ging es einmal um die Skylineplaza und dann bog die Läuferschar wieder auf die Mainzer. Der Platz der Republik wurde erreicht, ab hier standen die Zuschauer wieder dicht an dicht und trugen die Läufer quasi ins Ziel. Die Schleife in der Stadt war ähnlich wie am Anfang des Marathons, am Opernplatz vorbei und dann Richtung Goetheplatz. Nochmal zum neuen Taunusturm und dann ging es wieder zur Hauptwache. Am Eschenheimer Turm eine Spitzkehre, ab hier lief man nur noch Richtung Ziel. Ein psychologisch wertvoller Streckenpunkt. Am Verpflegungsstand vor der Freßgaß zum ersten mal noch einen Schluck Cola getrunken. Der km 40 stand an: 25:03, knapp über fünf Minuten der Kilometer. 14 Minuten für 2,2km ist locker zu schaffen. Aber ich wollte ja schneller sein.

Zum letzten mal vorbei an der Oper und es geht wieder auf die Mainzer: Endspurt. Bisher kündigt sich auch kein Krampf an, ich nach kann nochmal leicht zulegen. Es geht rechts in die Friedrich Ebert Anlage. Es ist nicht mehr weit. Vor dem Messeturm breit ich schon die Arme aus. Es war ein guter Lauf und ich lasse mich feiern. Links rein in den Zielkanal. Ein Kollege steht überraschenderweise da, wir klatschen ab und dann geht es auf den roten Teppich. Die Uhr bleibt bei 3:17:05 stehen.

FFM14Ziel

Es ist in Ordnung. Ich hab den Lauf genossen und eine neue Bestzeit erreicht. 6:12 war der zweite Halbmarathon langsamer, ein Einbruch – aber nicht ganz so schlimm. Das war nicht der Mann mit dem Hammer, eher ein Hämmerchen. Im Nachhinein betrachtet, wäre ich auf 3:14 angelaufen, hätte ich die Zeit auch laufen können. Ich lief die ganze Zeit nach Gefühl und hab nur alle 5km auf die Uhr geschaut. Der Puls ging auf den letzten 12km auch nicht deutlich höher. Ich hatte noch Reserven. Es war mein dritter Marathon und so wenig Muskelkater hatte ich noch nie. Beim nächsten Marathon soll der Split deutlich geringer werden. Das ist das Ziel für den Mainz Marathon im Mai 2015.

FFM14Med

Kommentar verfassen