Munketreppenen Opp, der Berglauf in Norwegen

Nur noch gut eine Woche, dann ist es soweit. Mein bisher längster und höchster Lauf steht an: Die Zugspitz Trailrun Challenge. Ich freu mich drauf, ich freu mich drauf, ich freu mich drauf! Die letzten zwei Wochen wurde schon getapert. Schließlich stand der Norwegenurlaub an, dies ist auch der Grund warum es keine Updates gab. Der Urlaub sollte kein reines Trainingslager werden, die Freundin wird es einem danken. Trotzdem hab ich ab und zu ein wenig Zeit für den einen oder anderen Lauf abzwacken können, dafür kürzer, knackiger und intensiver. In Norwegen gibt es viele interessante Bergläufe, es scheint dort schon ein richtiger Volkssport zu sein. So gibt es im September in Ullensvang den „Munketreppenen Opp“-Lauf. 1.000 Höhenmeter auf 5,5km. Das ist doch genau der richtige Trainingslauf für mich, schließlich lag unser Hotel nur wenige hundert Meter vom Start entfernt.
Ich startete nach einer kleinen Rundtour am Nachmittag. Der erste Kilometer ging durch den Ort und war noch recht flach. Rechts sah man die steile Wand, links den Fjord. Eine einmalige Kulisse. Dann folgte der Einstieg in den offiziellen Wanderweg und es ging das erste mal leicht bergauf. Und leicht heißt hier eine kontinuierliche Steigung von 10 bis 15%. Der Weg führte erst auf Asphalt und dann in einer Forststraße im Zickzack in den Wald hinein. Die ersten müden Wanderer kamen mir abgekämpft entgegen. Nach zweieinhalb Kilometern kam der Einstieg in den Trail. Ein kleiner schmaler Trampelpfad lud dazu ein die Forststraße hinter sich zu lassen. Der Anstieg ging teilweise auf 20%, da hieß es die Leki-Stöcke aus dem Rucksack zu holen. Nur 500 Meter währte der Spaß und die steile Abkürzung spukte mich wieder auf der Forststraße aus. Dieser folgte ich noch einen weiteren Kilometer und mittlerweile war ich bei 480 Meter Höhe angekommen. Nun kam der schönste Teil der Strecke, ein richtig schöner und fast nur ellenbogenbreiter Trail, der sich den Berg gerade zu senkrecht nach oben schlängelt: Steigung 30%! Gefolgt von der Mönchstreppe, steinerne Stufen, die in den Berg gelegt wurden, erreichte ich nach 67 Minuten die Nosi und konnte mich ins Gipfelbuch eintragen. Die letzten einhundert Höhenmeter waren technisch nochmal anspruchsvoller, überall Steine, so dass jeder Tritt wohlüberlegt gesetzt werden will. Umknicken ist keine Option. Das Ziel war erreicht, vor einem der Hardangervidda, die größte Hochebene Europas. Wenn man will kann man einfach 50km weiterlaufen, in unberührter Natur. Rechts ein brausender Wasserfall, der die Wassermassen mehrere hundert Meter senkrecht ins Tal spült. Kurz die Landschaft genießen und dann geht es wieder abwärts. Auf de Forststraße wird nochmal Tempo gemacht, hier kann ich nochmal die Oberschenkel trainieren. Am Ende waren die Minuten je Kilometer sogar noch einstellig. 9min40 je Kilometer. Der erste Lauf mit 1.000 Höhenmeter am Stück. Das sollte ich öfters machen, hat sehr viel Spaß gemacht.

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