Die Königstrainingsrunde: von Wiesbaden nach Kronberg

Bei einem Etappenrennen ist die Königsetappe die Strecke mit der längsten Entfernung, meist gekoppelt mit den meisten Höhenmetern. Ich habe mir für das Training zur Zugspitz Trailrun Challengeeine Köningstrainingsrunde vorgenommen. Mein bisher längster Lauf lag bei 36 Kilometern als Vorbereitung für meinen ersten Straßenmarathon in 2012. Nur der war flach, der Zugspitzmarathon hat 44,5 Kilometer mit mehr als 4.800 Höhenmetern. Eine deutlich höhere Belastung, also muss ich auch spezifischer trainieren. Diese Woche geht es für vierzehn Tag nach Norwegen. Lange Läufe kann ich da leider nicht laufen. Schließlich gibt es noch eine Partnerin, die verständlicherweise auch gerne was von dem gemeinsamen Urlaub hätte. So stand die Planung für die längste Etappe letzten Freitag an. Es sollte vor der Arbeit von Wiesbaden nach Kronberg gelaufen werden. Gestartet wurde im Nerotal, Ziel: die SBahn-Station in Kronberg. Über gpsies hab ich mir einen Weg gesucht. Gute 38 Kilometer werden zusammen kommen.  Der Wecker klingelte am Freitag dann schon kurz nach vier. Der erste Bus fährt eine dreiviertel Stunde später direkt ins Nerotal. Trinkblase gefüllt und im Rucksack verstaut. Gelaufen wurden mit dem Salomon Hyrdo  Slab 5 Liter. Insgesamt vier Kilogramm Zusatzgewicht brachte mir das ein. Los ging es dann mit dem Bus durchs morgendliche Mainz und Wiesbaden. Nach gut einer Stunde war das Ziel erreicht und kurz vor sechs starte ich mit dem Lauf. Der erste Kilometer war zum Einlaufen ideal, aber dann bog ich den Wald ein und es ging gleich gut mit einer 15%-Rampe los. Dieses mal sollte es nicht auf die Platte gehen, sondern in Richtung Osten, nördlich am Kellerskopf vorbei. Die ersten 10 Kilometer waren mit 365 Höhenmetern, die fast nur bergauf gingen, noch gut laufbar. Allerdings gab es durch das Unwetter vor ein paar Wochen noch immer wieder umgeknickte Bäume, die ein schnelles Vorkommen unterbunden. Immer wieder musste ich abstoppen und ein wenig klettern. Dann war auch schon die A3 zu hören. Das erste Zwischenziel ist erreicht. Nun ging es talwärts an Niedernhausen vorbei Richtung Nierjosbach. Mit dem Hammersberg gab es die nächste, wenn es etwas kleinere Steigung. Vom Profil her waren die zweiten 10km recht human, 300HM aufwärts und 430HM bergab. Im nächsten Streckenabschnitt sollte es jedoch anders werden. Erst ging es 250HM auf den Atzelsberg und dann nochmal direkt 130HM zum Eichkopf. Weiter ging es nördlich an Falkenstein vorbei, die Schlussanstieg wartete auf mich: es ging hoch zum Altkönig. 325HM auf 2,5km forderten nochmal die Kondition. Belohnt wurde ich mit dem fantastischen Ausblick hinüber zum Feldberg. Jetzt ging es nur noch 5km und 560HM bergab zur SBahn-Station. Kein Wunder, dass der letzte Kilometer auch der schnellste war. Am Ende hieß es 38,8km mit 1.485 Höhenmetern in 4h 52min. Die mit Abstand längste gelaufene Zeit. Und wie bestellt, stand auch schon die SBahn in Kronberg abfahrbereit am Bahnsteig. Besser hätte ich es nicht timen können.Höhe Trail Wiesbaden Kronberg

Hier geht es zum Lauf.

selfie RheinAm Sonntag, nicht einmal 48 Stunden nach dem Königslauf, stand der nächste Traillauf auf dem Plan. Dieses mal war eine Runde im Rheintal geplant. Hier sind die Wege frei und ich kann man wieder etwas schneller laufen. Abgestellt wurde das Auto an der Jugendherberge in Bingen. Und hier startet direkt auch ein schöner Trail. Es ging an der sehr schönen Kreuzbachtalklamm vorbei immer dem Rhein entlang. Am Morgenbach folgte ich dem Tal, und es ging immer bergauf, aber 5% Steigung sind noch gut zu laufen. Nach fast 15km und über 600HM war der höchste Punkt der Tour erreicht: der Salzkopf. Nun konnte ich Tempo machen, denn es ging gut bergab. Bei km 18,5 gab es den Einstieg zum Martinspfad, den schönsten Teil  der Strecke. Hier durfte ich noch einmal 200HM absolvieren, dann ging es schnellen Schrittes und bergab zurück zum Auto. 30,3km mit 1.050HM bin ich gelaufen. Ein sehr guter Test nach der Vorbelastung am Freitag. Der Durchschnittspuls war gut unter 80% Herzfrequenz max und mit 6:17 fand ich den Schnitt auch gar nicht so schlecht. Ein gelungener Abschlusstest, der Lust auf Etappenläufe macht. Ich fühle mich #fitWieNie.

Höhe Trail Bingen

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Wenn da nicht die kleine Belastung am rechten Fuß wäre. Zum Glück hatte ich recht schnell einen MRT-Termin bekommen. Hier konnte eine Stressfraktur ausgeschlossen werden. Allerdings wurde eine Morton Neurom diagnostiziert.  Dies ist bei mir noch nicht sehr doll spürbar und es wird nach Ruhetagen etwas besser. Gestern gab es eine Kortisionspritze in den entzündeten Bereich und mit etwas Tapering im Urlaub mit wenigen kleinen Läufen hoffe ich auf Besserung. Der Zugspitz Trailrun Challenge scheint das Neurom nicht im Weg zu stehen.

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