Die Trailrunningwitwe

Sonntags früh, die Sonne scheint – Zeit für Zweisamkeit mit dem Partner. Ein gemeinsames Frühstück und somit den Tag entspannt starten lassen. So stellt sich eine Trailrunningwitwe den Tagesbeginn vor. Wenn da nicht mein Bewegungsdrang wäre. Der Zugspitzmarathon ist in knapp 5 Wochen und schließlich muss dafür gewissenhaft trainiert werden. Mein Fuß hat sich wieder etwas beruhigt. Die Pause tat ihm gut. Also schleiche ich morgens leise aus dem Haus. Es ist 6:30, schließlich will ich zum Mittag wieder zurück sein. Start ist heute in Kronberg, das heißt auch eine Anfahrt von 55km. Schließlich will ich heute den Altkönig hochlaufen und das auf dem steilsten Weg. Der Himmel ist bewölkt und damit etwas kühler. Am Vortag waren es 33 Grad. Ich biege kurz nach sieben zum Parkplatz des Kronberger Waldschwimmbades ein, niemand hier. Sobald die Sonne im Laufe des Tages raus kommt, wird hier mehr los sein. Es geht gleich hinein in den Wald, der Weg ist breit und glatt. Ideal zum Tempo machen, wenn da nicht die 10% Steigung wäre. Aber das ist heute auch das Ziel, ich will Höhenmeter machen. Bei km1 geht es links in einen Trampelpfad. Hier geht es nun schnurgerade den Altkönig hinauf. Nach ein paar Minuten nehme ich die Stöcke aus der Rucksackhalterung, die sollen heute getestet werden. Der Anstieg ist nun bei 22% für den dritten Kilometer und an Laufen ist nicht mehr zu denken. Also an den Stöcken abstützen und die Rampe hinauf. Die Kilometerzeit von 18Minuten sagt so Einiges, der Puls ist bei 170 und damit ungefähr beim Halbmarathonrenntempo. Für die Steigung in Ordnung. Der Weg wird gerölliger, wobei an den Seiten noch relativ eben. Dennoch laufe ich möglichst in der Mitte auf viel Geröll, schließlich ist der Endanstieg zur Zugspitze ein einziges Geröllfeld. Nach 3km und 450 Höhenmeter ist der Gipfel erreicht.

Trail Altkönig Eigentlich wollte ich jetzt wieder direkt runter zum Schwimmbad und dann noch 2x hoch. Jetzt blicke ich aber auf dem Feldberg und laufe spontan weiter, also wieder etwas runter und dann über den Fuchstanz hoch zur höchsten Erhebung des Taunus. Bei km8 stehe ich am Gipfelkreuz. Weiter geht’s, einmal soll der Altkönig nochmal bewältigt werden. Es geht erstmal abwärts Richtung Weiße Mauer. Nach 3km wieder die nächste Steigung und die Weiße Mauer ist erreicht. Am Altkönig links vorbei und dann wieder abwärts. Beim Downhill merke ich wieder leicht den Fuß, vor allem wenn ich auf größere Steine trete. Bei km16,5 ist die erste Runde beendet. Jetzt geht es wieder direkt die knapp 3km lange Steigung den Altkönig hoch. Oben angekommen eine kleine SMS nach Hause, ich bin in 90 Minuten wieder daheim. Hier machen auch gerade zwei Mountainbiker Rast. Als ich mir die Bikes genauer anschaue, sieht man dann auch die großen Batterien, sind die mit den E-Bikes hoch. 1.300 Höhenmeter hab ich bis jetzt, ganz ohne Hilfsmittel. Bis zum Auto sind es noch 6km. Ich nehme aber nicht den direkten Weg, sondern noch einen Schlenker über die Bürgel-Platte mit. Der Höhenrekord soll fallen. Am Ende sind es 27km und 1.500 Höhenmeter, ich bin zufrieden. Zuhause werde ich von der Trailrunningwitwe in Empfang genommen und mir wird nochmal vorgerechnet, dass ich fünfeinhalb Stunden unterwegs war. Aber alles ist gut und den kompletten Nachmittag ist sie dann auch keine Witwe mehr. 🙂 Nur der Fuß könnte weniger Zicken machen. Am Montag habe ich als Check einen MRT-Termin. Zur Zeit ist es eine Gradwanderung mit gerade soviel laufen, dass die Form nicht leidet und so wenig laufen, damit der Fuß genug Erholung bekommt. Montag weiß ich hoffentlich mehr.

Hier geht es zum Lauf.

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